Wie nimmt man Kanna ein?

 Schnupfen, rauchen oder als Tee

Traditionell wird die Kanna Pflanze, Sceletium tortuosum, vor dem Kauen oder Rauchen fermentiert und getrocknet. Teil einer Kräutermischung oder Tee gekauft werden. Auch Extrakte und Isolierungen spezieller Alkaloide von Sceletium tortuosum sind erhältlich. Man kann sogar Kanna Samen kaufen, um seine eigene Pflanze zu züchten.

Insufflation

Die Pulverversion von Kanna kann auch geschnupft werden. 20 mg sind genug, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Normalerweise wird empfohlen 50-150 mg einzunehmen. Es kann auch in kleineren Dosen über den Tag verteilt eingenommen werden.

Manche Menschen merken nach dem ersten Mal wenig von der Wirkung bzw. nur eine „allgemeine innere Unruhe“. Das kann sich bei der nächsten Einnahme ändern. Dieses Phänomen wird „Priming“ genannt: wenn man Kanna mehrere Tage hintereinander einnimmt, baut sich auch die Wirkung auf.

Geschnupft tritt die Wirkung von Kanna schnell ein; innerhalb von einigen Minuten. Diese Methode soll auch die euphorischste Wirkung einleiten. Die schmerzlindernde Wirkung ist dann mäßig. Die Wirkung dauert ungefähr eine Stunde, maximal zwei Stunden, an und klingt langsam ab bzw. verändert sich von einem Gefühl der Euphorie in einen Zustand der Beruhigung.

Problematisch bei der Insufflation ist die mögliche Beschädigung der Nasenlöcher und der Nasenschleimhaut, vor allem bei wiederholter Einnahme.

kanna_tortuosumKanna rauchen

Beim Rauchen liegt die empfohlene Dosis zwischen 50 mg und maximal 500 mg. Eine Dosierung zwischen 100-250 mg wird als normal angesehen. Der Höhepunkt wird nach 30-60 Minuten erreicht und die Wirkung flaut innerhalb der nächsten paar Stunden ab. Beim Rauchen von Kanna bildet sich oft eine eher „stoned“ oder „trippy“ Wirkung aus. Die euphorische und schmerzlindernde Wirkung ist jedoch weniger ausgeprägt.

Traditionell wurde Kanna zu einer Rauchmischung mit anderen psychoaktiven Pflanzen, wie Cannabis und möglicherweise auch Wild Dagga (Leonotus leonurus), hinzugefügt. Dies erklärt wahrscheinlich jene „halluzinogene“ Wirkung, die Sceletium tortuosum anfangs zugeschrieben wurde. Kanna verstärkt die Wirkung von sowohl Alkohol als auch Cannabis, was bedeutet, dass man wesentlich weniger dieser Substanzen einnehmen muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Kanna kann gut mit anderen rauchbaren Kräutern, wie Damiana, Blaue Lotusblüten bzw. Wild Dagga, Tongkat Ali und Ginseng kombiniert werden. Diese Kräuter können aber auch als Tee eingenommen werden.

Sublinguale Einnahme von Kanna

Sublinguale Einnahme von Kanna bedeutet: man legt es unter die Zunge und wartet einen längeren Zeitraum, bis die Alkaloide vom Körper aufgenommen wurden. 50-150 mg sublingual eingenommen produzieren eine leichte und 200-400 mg eine mittlere Wirkung. Man kann mit Mengen bis zu einem Gramm experimentieren. Die Wirkung dauert ungefähr zwei Stunden an und klingt in den Stunden danach schnell ab.

Kanna kauen

Die lokalen Einwohner von „Kannaland“ sind bekannt dafür die fermentierten und zu Pulver verarbeiteten Sceletium Pflanzen lange zu kauen. Nach einer Weile spucken sie es aus und verwenden es später noch einmal.

In einer moderneren Variante wird Kanna mit einem Stück Kaugummi vermischt. Hier gilt die gleiche Dosierung wie bei der sublingualen Einnahme: 50-150 mg für leichte und 200-400 mg für eine mittlere Wirkung. Die Wirkung ist ungefähr die gleiche.

Kanna Tee

Als Tee ist Kanna weniger effektiv und es bedarf einer größeren Menge, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Bei der Zubereitung eines Tees sollte man mit einer Dosierung zwischen 200 und 500 mg beginnen. Man kann mit Dosierungen bis zu zwei Gramm experimentieren. Sehr starke Dosierungen können jedoch zu Übelkeit, Erbrechen, optischen Verzerrungen und Schwindel führen.

Oft wird auch Honig als Süßstoff hinzugefügt. Oral sollte Kanna auf leeren Magen eingenommen werden, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Die Wirkung soll weniger euphorisch und eher beruhigend, schmerzlindernd und narkotisch sein. Es kann außerdem länger dauern bis die Wirkung eintritt (manchmal bis zu 1,5 Stunden). Ganz allgemein hält die Wirkung in diesem Fall relativ lange an: bis zu 4 oder 5 Stunden nach der Einnahme.

kanna_expansumExtrakte und Isolationen von Kanna

Neben dem gewöhnlichen Pulver oder Pflanzenmaterial ist Kanna auch als Extrakt erhältlich. Die Alkaloide (Wirkstoffe) werden aus dem Pflanzenmaterial mithilfe von Ethanol extrahiert. En 10x Extrakt ist zehnmal stärker als das gewöhnliche Kraut.

Extrakte reduzieren die Menge des Pflanzenmaterials und machen das Produkt effizienter. Es ist außerdem möglich eines oder mehrere Alkaloide zu isolieren. Kanna enthält eine breite Auswahl an Alkaloiden, von denen Mesembrin, Mesembrenon und Mesembrenol die wichtigsten sind. Alle diese Alkaloide habe ihre eigene spezielle Wirkung.

Mesembrin, eines der Hauptalkaloide, ist ein Serotonin Wiederaufnahme Hemmer (SRI) und ein leichter Hemmer des Enzyms Phosphodiesterase. Es ist der Hauptwirkstoff des UC and UC2 Extrakts. Mesembrin ist verantwortlich für die sedative Wirkung von Kanna.

Das Kanna UC Extrakt enthält außerdem Mesembrenon. Dem UC Extrakt fehlt es an der aufbauenden Wirkung von Kanna und bietet eine angenehmere, entspannendere und stressreduzierende Wirkung. Man sollte aufpassen und nicht zu viel einnehmen, denn dies kann zu Übelkeit führen. Dieses Extrakt wirkt am besten wenn es geschnupft wird. Die Wirkung tritt sehr schnell ein, dauert allerding auch nicht sehr lange an.

Zusätzlich zu Mesembrin, enthält das UC2 Extrakt auch Mesembrenon und Delta-7-Mesembrenon. Im Gegensatz zum UC Extrakt, wird das UC2 Extrakt am besten mit Speisen vermischt eingenommen. Es dauert länger bis die Wirkung eintritt, diese dauert aber auch länger an.

Kanna UB40 Extrakt: Vergleichbar mit UC2, enthält jedoch Pflanzenmaterial, um es grober zu machen. Ideal für die Einnahme mit einem Vaporizer.

ET2 Extrakt: Potentes Extrakt für erfahrene Kanna-Konsumenten, vergleichbar mit dem UC Extrakt. Sehr schnelles Eintreten der Wirkung. Am besten geschnupft oder in einem Tee eingenommen.

Kanna Tinktur

Eine Tinktur ist eine flüssige Version von Kanna, wofür ein Extrakt der Pflanze in Alkohol aufgelöst wird. Tinkturen sind einfach einzunehmen, wenn sie mit (heißem) Wasser gemischt werden. Da sie weniger Pflanzenmaterial enthält, ist eine Tinktur einfacher zu verdauen als das gewöhnliche Kanna Pulver. Bei höherer Dosierung empfinden manche Leute das Pflanzenmaterial von Sceletium tortuosum als schwer erträglich für Magen und Bauch. Eine Tinktur vermeidet dieses Gefühl.

Warnung

Sceletium tortuosum ist ein Serotonin Wiederaufnahme Hemmer (SRI). Es sollte nicht mit anderen (S)SRIs oder Monoamin Oxidase Hemmern (MAOIs) eingenommen werden. (S)SRIs kommen hauptsächliche in rezeptpflichtigen Antidepressiva, wie Seroxat, Prozac, Cipramil, Fevarin und Zoloft vor. MAOIs kommen in gewissen Antidepressiva und Pflanzen wie der Syrischen Steppenraute (Peganum harmala), Banisteriopsis Caapi, Passionsblume (Passiflora incarnata) und Yohimbe vor.

Es gibt widersprüchliche Geschichten zur Kombination von Kanna und MDMA (XTC). Ganz allgemein sollte MDMA nicht mit einem SRI kombiniert werden, um ein Serotonin Syndrom zu vermeiden. MDMA bewirkt, dass zu viel Serotonin in den Synapsen des Gehirns freigegeben wird. Kanna blockiert die Wiederaufnahme von Serotonin, deshalb kann die Kombination der beiden zu einer Serotoninüberdosis führen. Symptome einer solchen Überdosis sind Überwärmung (Hyperthermie): Schwitzen, erhöhter Herzschlag, Schüttelfrost, erweiterte Pupillen, sehr schnelle Atmung und letztendlich Fieber, Verwirrung und Organversagen. Das Serotonin Syndrom ist ein ernsthafter Zustand, der tödlich sein kann.

Auf der anderen Seite gibt es Quellen, die berichten, dass (S)SRIs die Neurotoxizität von MDMA/XTC reduzieren können und manche Leute haben sie verwendet, um das Herunterkommen von diesen Substanzen zu erleichtern.

Lies mehr über die Wirkung und die Nebenwirkungen von Kanna.